Ratgeber / Trockner / Stromverbrauch
Ein alter Trockner kostet dich jedes Jahr rund hundert Euro mehr als ein neuer. Das verändert die Rechnung, wenn eine Reparatur ansteht.
Die meisten Rechner im Netz sagen dir, was ein Trockengang kostet. Die wichtigere Zahl ist eine andere.
Nämlich die, die entscheidet, ob du ein altes Gerät noch reparieren lässt oder nicht. Denn beim Trockner liegen die Bauarten im Verbrauch so weit auseinander, dass die Stromkosten allein eine Reparatur unwirtschaftlich machen können — auch wenn die Reparatur selbst günstig wäre.
Ein alter Kondenstrockner braucht pro Ladung etwa 3,5 bis 4,4 Kilowattstunden, ein moderner Wärmepumpentrockner 1,2 bis 2. Auf ein Jahr gerechnet sind das rund 100 Euro Unterschied — bei jedem Jahr, das du das alte Gerät weiterbetreibst.
Wer 300 Euro in einen zehn Jahre alten Kondenstrockner steckt, zahlt also zweimal: einmal die Reparatur und danach weiter den Mehrverbrauch.
Pro Ladung von rund sieben Kilogramm, gerechnet mit 35 Cent je Kilowattstunde. Welche Bauart bei dir steht, erkennst du an den Merkmalen im Bauart-Überblick.
1,2 bis 2 kWh je Ladung, etwa 250 bis 300 kWh im Jahr. Braucht länger pro Durchgang, spart dabei aber am meisten.
2,5 bis 3,5 kWh je Ladung. Schneller fertig, dafür grob doppelter Verbrauch gegenüber der Wärmepumpe.
3,5 bis 4,4 kWh je Ladung, teils über 600 kWh im Jahr. Hier liegt das eigentliche Sparpotenzial.
Alle Werte sind Richtwerte für rund 7 kg Füllmenge bei 35 ct/kWh. Dein tatsächlicher Verbrauch hängt von Modell, Programm, Restfeuchte der Wäsche und deinem Stromtarif ab — der Blick auf das Energielabel und die eigene Stromrechnung ist immer genauer.
Der Sprung zwischen der ersten und der letzten Zeile ist der entscheidende: Faktor drei. Bei 160 Ladungen im Jahr — etwa dreimal pro Woche — sind das 67 Euro gegenüber 246 Euro.
Drei Zahlen genügen, und alle drei findest du in fünf Minuten.
Steht auf dem Energielabel oder im Handbuch — meist als Jahresverbrauch für eine genormte Zahl von Durchgängen. Teile den Jahreswert durch die angegebene Zahl der Zyklen, dann hast du den Wert pro Ladung.
Kein Label mehr da? Dann nimm die Spanne aus der Liste oben nach Bauart und Alter.
Auf der letzten Jahresabrechnung, Cent pro Kilowattstunde. Rechne mit deinem echten Wert, nicht mit einem Durchschnitt — die Spanne zwischen Tarifen ist größer als der Unterschied zwischen zwei Trocknermodellen.
Ehrlich schätzen und mit 52 multiplizieren. Ein Zweipersonenhaushalt kommt oft auf ein bis zwei, eine Familie mit Kindern auf vier bis sechs pro Woche.
kWh je Ladung × Strompreis × Ladungen im Jahr = Jahreskosten.
Beispiel: 3,5 kWh × 0,35 € × 160 = 196 Euro. Dasselbe Haushaltsprofil mit einem Wärmepumpentrockner: 1,5 × 0,35 × 160 = 84 Euro.
Diese Rechnung ist die eine Hälfte. Steht bei dir gerade ein Defekt an, brauchst du noch die zweite: den Reparaturpreis. Erst beide Zahlen zusammen ergeben eine Entscheidung — dazu unten mehr.
Für die Rechnung fehlt dir der Reparaturpreis? Den gibt es unverbindlich.
Werkstatt finden →Bevor du über ein neues Gerät nachdenkst: Diese vier Punkte kosten nichts und wirken sofort.
Der wirksamste Hebel überhaupt. Wäsche aus 1.600 Umdrehungen bringt deutlich weniger Restwasser mit als aus 1.000 — und jedes Gramm Wasser, das die Waschmaschine herausschleudert, muss der Trockner nicht verdampfen. Das spart bis zu einem Viertel der Trocknerlaufzeit.
Zugesetzte Filter verlängern die Laufzeit messbar, weil die feuchte Luft nicht zirkuliert. Wie du alle drei Stellen prüfst, steht im Ratgeber zur Trocknungsleistung — dieselbe Reinigung, die auch die Trockenleistung retten.
Halbe Ladungen sind teuer, weil Aufheizen und Grundverbrauch gleich bleiben. Überfüllte Trommeln sind es auch, weil die Luft nicht durchkommt. Zwei Drittel ist das Optimum.
„Schranktrocken plus" oder „Bügeltrocken extra" kosten deutlich mehr als die normale Stufe. Was ohnehin in den Schrank wandert, braucht kein Nachtrocknen — und was gebügelt wird, darf feucht bleiben.
*Anzeige / Partner-Links: Bei einem Kauf über diese Links verdiene ich als Amazon-Partner an qualifizierten Verkäufen. Der Preis für dich bleibt exakt gleich. Produktfotos sind Symbolbilder. Ein Strommessgerät ist der schnellste Weg zum echten Verbrauch deines Geräts — genauer als jede Tabelle. Ein neues Gerät ist erst dran, wenn die vier Punkte oben nichts gebracht haben und die Rechnung im nächsten Abschnitt dafür spricht.
Jetzt der Punkt, den die Stromrechner im Netz nicht rechnen: Wie sich die Betriebskosten in eine Reparaturentscheidung einmischen.
Wärmepumpentrockner, Reparatur unter 200 Euro.
Klarer Fall. Das Gerät ist beim Verbrauch schon am unteren Ende, ein Neukauf bringt keine Ersparnis — nur Kosten. Reparieren.
Kondenstrockner über acht Jahre, Reparatur 100 bis 150 Euro.
Hier lohnt das Nachrechnen: Die Reparatur ist billig, aber du zahlst weiter etwa 100 Euro Mehrverbrauch pro Jahr. Nach zwei bis drei Jahren hat der Mehrverbrauch den Preisunterschied zum Neugerät aufgefressen. Bei einem Gerät, das noch fünf Jahre halten soll, spricht das für den Umstieg.
Kondenstrockner über acht Jahre, Reparatur ab 250 Euro.
Eindeutig ersetzen. Reparatur plus Mehrverbrauch übersteigen in drei Jahren den Preis eines neuen Wärmepumpentrockners — und das alte Gerät bleibt trotzdem alt.
Wärmepumpentrockner, kein Kompressorgeräusch.
Der einzige Fall, in dem auch ein sparsames Gerät zum Neukauf-Fall wird: 300 bis 500 Euro Reparatur ohne Stromersparnis als Gegenwert. Details im Ratgeber „Trockner heizt nicht".
Unsicher, in welchen der vier Fälle du gehörst? Der Geräte-Check verrechnet Alter, Reparaturpreis und Bauart für dich.
Bei 160 Ladungen im Jahr, also etwa dreimal pro Woche, und 35 Cent je Kilowattstunde.
Über die typische Restlebensdauer von fünf Jahren summiert sich der Unterschied auf bis zu 900 Euro — mehr als ein neues Gerät kostet. Deshalb ist beim Trockner die Frage „reparieren oder ersetzen" stärker vom Stromverbrauch geprägt als bei Waschmaschine oder Geschirrspüler: Dort liegen die Bauarten im Verbrauch nicht so weit auseinander.
Richtwerte, Stand 07/2026, Annahme 35 ct/kWh. Eigener Tarif und eigene Nutzung können deutlich abweichen.
Reparatur schätzen lassen →Zwischen etwa 40 Cent und 1,50 Euro — je nach Bauart. Ein moderner Wärmepumpentrockner liegt bei 0,42 bis 0,70 Euro pro Ladung, ein zehn Jahre alter Kondenstrockner bei 1,23 bis 1,54 Euro. Gerechnet mit 35 Cent je Kilowattstunde und rund sieben Kilogramm Füllmenge.
Wenn dein aktuelles Gerät ein älterer Kondens- oder Ablufttrockner ist und du regelmäßig trocknest: ja. Der Mehrpreis amortisiert sich bei durchschnittlicher Nutzung meist in zwei bis vier Jahren, bei intensiver Nutzung schneller.
Steht bereits ein Wärmepumpentrockner bei dir, bringt ein Neukauf kaum Ersparnis — dann lohnt fast immer die Reparatur.
Ja, und zwar deutlich. Zugesetzte Filter behindern die Luftzirkulation, das Programm läuft länger und heizt länger nach. Dieselbe Reinigung, die die Trockenleistung wiederherstellt, senkt also auch die Stromrechnung — das ist der günstigste Spartipp überhaupt.
An der Stromrechnung ja. In der Wohnung im Winter ist die Rechnung aber nicht so eindeutig: Die Feuchtigkeit muss weggelüftet werden, und weggelüftete warme Luft kostet Heizenergie. Wer im Winter drinnen trocknet, sollte konsequent lüften — sonst wird aus gesparten Stromkosten irgendwann ein Feuchtigkeitsproblem.
Ich betreibe reparaturoderneu.de als unabhängiges Diagnoseportal. Meine Empfehlungen entstehen aus Herstellerunterlagen, Werkstattpraxis und eigenen Reparaturen — nicht aus Produktdatenbanken.
Hinweis zu den Zahlen: Alle Verbrauchs- und Kostenangaben sind Richtwerte auf Basis öffentlich verfügbarer Herstellerangaben und Vergleichsdaten, gerechnet mit einer Annahme von 35 Cent je Kilowattstunde und rund 7 kg Füllmenge. Dein tatsächlicher Verbrauch hängt von Modell, Programm, Restfeuchte, Beladung und Stromtarif ab und kann deutlich abweichen. Für eine belastbare Zahl hilft ein Blick auf das Energielabel des Geräts oder eine Messung an der Steckdose. Sicherheits- und Haftungshinweis: Meine Reparatur- und Diagnose-Tipps sind sorgfältig recherchiert, aber unverbindlich und ersetzen keine fachkundige Prüfung im Einzelfall. Arbeiten an Elektrogeräten können gefährlich sein: Zieh vor jedem Eingriff den Netzstecker. Eingriffe an der Elektrik gehören in die Hände qualifizierter Fachkräfte. Unsachgemäße Reparaturen können Garantie- und Gewährleistungsansprüche kosten. Im Zweifel wende dich an einen zertifizierten Fachbetrieb.