Der Behälter ist leer, du hast ihn dreimal kontrolliert — und der Trockner besteht darauf, dass er voll ist.
Das wirkt wie ein Elektronikfehler, ist aber fast immer Mechanik. Um zu verstehen, wo du suchen musst, hilft ein Blick darauf, wie das Kondenswasser überhaupt in den Behälter kommt.
Die Meldung reagiert nicht auf den Behälter, den du herausziehst — sondern auf die Kondensatwanne unten im Gerät. Von dort pumpt eine kleine Pumpe das Wasser nach oben in den Behälter.
Steht in der Wanne Wasser, weil die Pumpe nicht nachkommt, meldet der Trockner „voll" — völlig egal, wie leer dein Behälter ist. Deshalb bringt das zehnte Leeren auch nichts.
Vier Handgriffe, kein Werkzeug, kostet nichts. Vorher den Netzstecker ziehen.
Herausnehmen, leeren und mit Nachdruck wieder einschieben, bis er bündig sitzt. Viele Geräte erkennen den Füllstand über einen Magneten oder Kontakt am Einschub — sitzt der Behälter einen Zentimeter zu weit draußen, meldet er „voll" oder „fehlt".
Mit einem trockenen Tuch den Schacht auswischen, in dem der Behälter steckt. Flusen und Kalkfilm an den Kontaktstellen reichen, damit die Erkennung spinnt.
In vielen Behältern sitzt ein kleiner Schwimmer, der bei voller Füllung ein Signal auslöst. Behälter mit klarem Wasser durchspülen und schütteln — klemmt der Schwimmer in der Voll-Position, bleibt die Meldung stehen.
Stecker ziehen, fünf Minuten warten, wieder einstecken. Eine hängengebliebene Meldung verschwindet damit oft — kommt sie beim nächsten Trockengang wieder, liegt die Ursache tiefer im Gerät.
Meldung kommt immer wieder? Dann steckt es in der Pumpe.
Werkstatt finden →Kommt die Meldung nach jedem Trockengang zurück, staut sich das Wasser in der Kondensatwanne. Dafür gibt es vier Gründe — der Farbstreifen zeigt, was du selbst schaffst.
Die Meldung kommt mitten im Programm, oft schon nach wenigen Minuten.
Nasses Flusenmehl sammelt sich in der Wanne und setzt Pumpe und Schwimmer zu. Klappe am Sockel öffnen, Sumpf hinter dem Filter auswischen und mit klarem Wasser durchspülen. Die häufigste Ursache.
Meldung schon beim Einschalten, bevor überhaupt getrocknet wurde.
Unter dem Schwimmer in der Wanne sammelt sich Flusenbrei und drückt ihn dauerhaft nach oben — für die Elektronik heißt das „voll". Schwimmer freilegen und den Bereich darunter säubern.
Die Pumpe läuft hörbar, aber im Behälter kommt kaum Wasser an.
Zwischen Pumpe und Behälter sitzt ein Ventil, das das Wasser am Zurücklaufen hindert. Verklebt es mit Flusen, staut sich alles unten. Schlauchweg und Ventil durchspülen — bei Bosch und Siemens sitzt die Pumpe oft hinten, dann muss die Rückwand ab.
Kein Pumpgeräusch mehr im Programm, Wasser läuft unten aus oder bleibt komplett in der Wanne.
Die Pumpe selbst kostet 20 bis 60 Euro. Der Tausch erfordert je nach Modell das Öffnen von Sockel oder Rückwand — wer das nicht selbst macht, holt einen Kostenvoranschlag.
Alle Preise sind Richtwerte aus der Werkstattpraxis und können je nach Modell, Region und Betrieb abweichen. Einen belastbaren Preis nennt dir nur ein Kostenvoranschlag.
Hängt der Schwimmer immer wieder, obwohl du gereinigt hast, kommt meist zu viel Flusenwasser unten an — dann sind die Filterstellen durchlässig. Wie du alle drei prüfst, steht im Ratgeber zur Trocknungsleistung.
*Anzeige / Partner-Links: Bei einem Kauf über diese Links verdiene ich als Amazon-Partner an qualifizierten Verkäufen. Der Preis für dich bleibt exakt gleich. Produktfotos sind Symbolbilder. Ersatzteile sind modellabhängig — bitte vor dem Kauf die Nummer auf dem Typenschild abgleichen.
Bei diesem Fehler fast immer ja — die Ursachen sind günstig und das Gerät ist sonst gesund. Faustregel: über der Hälfte des Neupreises und älter als acht Jahre, dann lohnt meist ein Neukauf.
Anders als bei Kältekreis oder Elektronik ist das hier die gutmütigste Trockner-Reparatur: kleines Teil, klarer Fehler, kein Risiko für den Rest des Geräts. Ein Neukauf wegen einer 40-Euro-Pumpe lohnt praktisch nie.
Richtwerte inklusive Arbeitszeit, Stand 07/2026. Anfahrt kommt meist hinzu.
Werkstatt in deiner Nähe finden →Weil die Meldung nicht den sichtbaren Behälter misst, sondern die Kondensatwanne unten im Gerät. Kommt die Pumpe nicht nach — meist wegen Flusen im Pumpensumpf — steht dort Wasser, und der Trockner meldet „voll", egal wie leer der Behälter ist.
Stecker ziehen, fünf Minuten warten, einstecken — das löscht eine hängengebliebene Meldung. Kommt sie beim nächsten Trockengang zurück, ist es keine Elektronik-Macke, sondern gestautes Wasser in der Wanne. Dann hilft nur Reinigen.
Ja, das ist Absicht: Sobald die Wanne voll gemeldet wird, stoppt das Gerät, damit nichts überläuft. Manche Modelle verweigern mit der Meldung auch komplett den Start — mehr dazu im Ratgeber „Trockner geht nicht an".
Viele Kondensations- und Wärmepumpentrockner haben einen Anschluss für den Direktablauf: Ein Schlauch leitet das Kondenswasser direkt in den Siphon, der Behälter bleibt dauerhaft aus dem Spiel. Der Umbau ist im Handbuch beschrieben und kostet nur den Schlauch — die Pumpe muss dafür aber funktionieren.
Ich betreibe reparaturoderneu.de als unabhängiges Diagnoseportal. Meine Empfehlungen entstehen aus Herstellerunterlagen, Werkstattpraxis und eigenen Reparaturen — nicht aus Produktdatenbanken.
Sicherheits- und Haftungshinweis: Meine Reparatur- und Diagnose-Tipps sind sorgfältig recherchiert, aber unverbindlich und ersetzen keine fachkundige Prüfung im Einzelfall. Arbeiten an Elektrogeräten können gefährlich sein: Zieh vor jedem Eingriff den Netzstecker und lass das Gerät abkühlen. Eingriffe an der Elektrik, an wasserführenden oder unter Spannung stehenden Bauteilen gehören in die Hände qualifizierter Fachkräfte. Für Schäden, die aus der eigenständigen Umsetzung der beschriebenen Schritte entstehen, übernehme ich keine Haftung. Unsachgemäße Reparaturen können außerdem Garantie- und Gewährleistungsansprüche kosten. Im Zweifel wende dich an einen zertifizierten Fachbetrieb. Kostenangaben sind Richtwerte und können je nach Modell, Region und Betrieb abweichen.